Die Anfänge

Die Anfänge des Reit- und Fahrverein Cappeln liegen bereits über 75 Jahre zurück.  Manch einer mag sogar sagen, sie liegen schon über 100 Jahre zurück. Denn bereits 1911 gab es einen Reitklub Emstek-Cappeln. Südoldenburger Rennverein 1911

Dennoch, einer der ersten Aktiven und Mitbegründer des Reit- und Fahrvereins Cappeln, Theo Renschen,  schrieb rückblickend 1994 dazu einmal in einer Rede:

„So gut ich mich erinnern kann war es im Frühjahr des Kriegsjahres 1939 als unsere Väter und wir uns auf dem Bahnhof hier in Cappeln trafen. Dort wurde beschlossen, sofort mit dem Reiten zu beginnen. Herr Heinrich Lübbe aus Bokel – ein altgedienter Kavallerist – stellte sich als Reitlehrer zur Verfügung. Als Reitplatz mussten wir mit einem sehr schlechten, dreckigen und unebenen Grundstück vorlieb nehmen, dass zwischen der Viehrampe und dem Schuppen des Konsumvereins (heute Raiffeisen) lag. Mit dabei waren Georg Vorwerk als Motor des Vereins und sein  Bruder Gottfried, Friedel & Berthold Wessjohann, Gottfried Meyer (Bokel), Robert Lamping (Dingel),  Josef Suding (Osterhausen),  Willy Hoffhaus (Schwichteler), Fritz Jakobi (Cappeln), Josef Block (Cappeln), Georg Diekhaus, Engelbert Götting(Tenstedt), Caspar Renschen und meine Wenigkeit. Als Reitpferde nahmen wir unsere oldenburgischen Arbeitspferde, die zwar nicht dem Typ eines guten Reitpferdes entsprachen aber für uns reichte das. Unser Reitlehrer Heinrich Lübbe drillte uns nicht, sondern er machte es mehr auf väterliche Art & Weise. Plötzlich, eines Abends, als wir am Reiten waren, kam ein Motorrad mit zwei SA-Männern angefahren. Mit einem kräftigen „Heil Hitler“ begrüßten sie uns und gingen dann zu unserem Reitlehrer. Dort wurde sehr laut geredet und uns schwante nichts Gutes. Als die Genossen abgezogen waren sagte „Peiters Pappen“ zu uns: „Mit mi is dat nu ute. Wer will dat moken? Wir redeten dagegen. Er sollte weitermachen. Beim nächsten Reiten waren die beiden SA-Männer da. Sie übernahmen sofort das Kommando und unser Reitlehrer Heinrich Lübbe war einfach kalt abgedrängt. So war das damals. Die Partei machte alles. Es dauerte auch nicht lange, da bekam jeder einen Ausweis und ohne das wir es wollten waren wir Mitglieder des Nationalsozialistischer Reiterkorps (NSRK). Ausweiß Reiterkorps 1940 (3) - ohne HKVon nun an, da wir unter Drill reiten mussten, ließ das Interesse am Reiten enorm nach. Als die Ersten zur Wehrmacht eingezogen wurden, löste sich unser Verein auf. Nach dem Krieg, so glaube ich, sind wir im Jahre 1946 wieder angefangen und zwar mit dem Reitlehrer Josef Lübbe, Sohn unseres alten Reitlehrers Heinrich Lübbe und Vater unseres jetzigen 1. Vorsitzenden Hans Lübbe.“

Und so war es auch. Nachdem sich die Reitgemeinde in Cappeln nach dem Krieg wieder zusammengefunden hatte, starteten sie auch gleich 1947 erfolgreich bei den ersten Reitturnieren im Umkreis.1947Auch der Reitverein Cappeln veranstaltete am 21.September 1947 sein aller erstes Turnier auf der Meyerschen Weide auf dem Steinkamp (heute Beimforde). Oldenburger Flachrennen, Trabfahren, Dressurprüfungen, Eignungsprüfungen für Fahrpferde und Jagdspringen standen damals auf dem Programm.

Programm Turnier 1947Auch Georg Vorwerk, Hengsthalter in 2. Generation, stellte bereits im Februar 1947 seine Deckhengste auf offener Fläche bei der Gaststätte Jaspers  vor. Es wurden eigens für diese Veranstaltung  Extrazüge zwischen Cloppenburg und Vechta eingesetzt.                    Hengstschau 1947

Im Herbst 1948 luden unsere damaligen Mitglieder zur Fuchsschwanzjagd ein. Abends feierten auswärtige Reiterfreunde und die einheimische Bevölkerung  das Ereignis mit einem  Reiterball und Tanz. Dies war der erste offizielle Reiterball in Cappeln. Und einer mit großer Wirkung. Denn lange Zeit (seit ca. 1880/90) waren Tanzveranstaltungen verboten. Erst auf dem Cappelner Reiterball 1948 wurde dieser Bann gebrochen und es durfte seither wieder öffentlich getanzt werden.                                                                                     Tanzen wieder erlaubt 1948   1953 Fuchsschwanzjagd

 

Auch nach den veranstalteten “Pferdeleistungsschauen”, wie die Turniere früher genannt wurden, gab es ab 1948/49 wieder Feierlichkeiten mit Tanz.

Pferdeleistungsschau 1949

 

Auch wenn wir bisher schon vom Reit- und Fahrverein Cappeln sprachen, die ganz offizielle Vereinseintragung beim Kreisamt Cloppenburg erfolgte erst im Juni 1949. 1.Vorsitzende des „neu“ gegründeten Vereins war Leo Reinke. Gründung1949

 

 

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